zurück zur Übersicht

Infos und Neuigkeiten


Novellierung der Heiz­kosten­verordnung – in Kraft ab 1. Januar 2009

Bundesrat verabschiedet neue Heiz­kosten­ver­ordnung

Der Bundesrat hat am 19. September 2008 eine vom Bundeskabinett im Juni 2008 beschlossene Novelle der Heiz­kosten­ver­ordnung mit Än­der­ungen ver­abschiedet. Das Kabinett hat diesen Änder­ungen zu­ge­stimmt und mit der Ver­öffent­lichung im Bundes­gesetz­blatt ist die neue Heiz­kosten­verord­nung zum 1.1.2009 rechtskräftig geworden.

Die wichtigsten Änderungen sind:

  • 2009 besteht erstmals eine Mitteilungspflicht -
    Mietern müssen die erfassten Ableseergebnisse innerhalb eines Monats schriftlich mitgeteilt werden.
  • Ab 31. Dezember 2013 verlieren Heizkosten­verteiler, die vor 1981 montiert wurden sowie die heute nicht mehr ver­antwort­baren Warm­wasser­kosten­verteiler ihren Bestands­schutz. Diese Geräte müssen bis dahin auf aktuelle Technik umgerüstet werden. Der gleiche Stichtag gilt auch für die Energieerfassung zur Warm­wasser­er­wärmung, wenn der Heiz­kessel neben Raum­wärme auch Warm­wasser aufbereitet. Hier muss künftig die benötigte Energie mit einem Wärme­zähler erfasst werden.
  • Nach dem 31.12.2013 muss der Energieeinsatz für die Warmwasserbereitung bei verbundenen Anlagen mit einem Wärmezähler erfasst werden. Damit möchte die Bundesregierung in Zeiten steigender Energiepreise eine möglichst genaue Erfassung des Warmwasseranteils sicherstellen. Die Wohnungswirtschaft erhält einen Übergangszeitraum für die Installation von Wärmezählern bis spätestens zum 31.12.2013. Auch hier ist es empfehlenswert, baldmöglichst mit der Installation zu beginnen.
  • Künftig hat der Gebäudeeigentümer die Möglichkeit, den Abrechnungsmaßstab zu ändern, wenn sachgerechte Gründe dies erfordern (§ 6 Abs. 4). Der Eigentümer hat die Änderung den Nutzern rechtzeitig vor dem Beginn der neuen Abrechnungsperiode anzuzeigen.
  • Es ist nunmehr klargestellt, dass Ablesebelege bei moderner Geräteausstattung nicht erforderlich sind.
  • Sollten Verbrauchsschätzungen erforderlich sein, ist die Schätzmethode nach Durchschnittsverbrauch des Gebäudes nunmehr Bestandteil der Verordnung.
  • Die Bundesregierung hat den Weg für Innovationen frei gemacht. So gehören künftig Kosten der Verbrauchsanalyse zu den umlagefähigen Kosten nach § 7 Abs. 2. Aussagefähige Analysen der Verbräuche werden die Nutzer zusätzlich zu einem bewussten und sparsameren Umgang mit Energie motivieren.
  • Bei der Abrechnung von Gebäuden z. B. mit Einrohr-Heizungsanlagen, deren Rohrwärmeanteil bestimmte Größenordnungen übersteigt, kann ein technisch anerkanntes Verfahren (VDI-Richtlinie 2077) angewendet werden.
  • Passivhäuser mit einem Energiebedarf kleiner als 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr sind von der Heizkostenabrechnungspflicht ausgenommen. Die Abrechnungspflicht für Warmwasserkosten bleibt unverändert erhalten.